DAS PROJEKT KAWURAS

Die Idee zum „Projekt Kawuras” entstand ausgehend von dem Kurzfilm „Dimensionsloch 31.4.“, der im Herbst 2009 im Krankenhaus von Juri unter der Mitwirkung von Freunden, Patientinnen und Schwestern mit einfachsten Mitteln gedreht wurde. Er gewann auf Filmfestivals verschiedene Preise und wurde mit viel Applaus aufgenommen. Angespornt von dem unerwarteten Erfolg, arbeiteten wir ein Konzept für den Film „Kawuras“ aus. Die Dreharbeiten mussten mehrfach verschoben werden, weil sich Juris Gesundheitszustand rapide verschlechterte. Im November 2010 erlag er seiner Krankheit. Wir trauern, es fiel schwer weiterzumachen ohne ihn, doch wir wollten nun erst recht das gemeinsam geplante und vorbereitete Filmprojekt realisieren.

 

SOZIALE AUSRICHTUNG

Der Zusammenhalt und die Stimmung in der Gruppe während der Entwicklung des Drehbuchs und in schwierigen Phasen der Isolation im Krankenhaus waren von unschätzbarem Wert. Diese Erfahrung wollen wir an andere betroffene Kinder und Jugendliche weitergeben und deren Selbstwahrnehmung als aktive und kreativ gestaltende Personen im gesellschaftlichen Miteinander stärken. Deshalb wurden unter anderem bei den Dreharbeiten Krebspatienten zwischen 12 und 16 Jahren der Kinderonkologie Mannheim miteinbezogen.


Das Krankenhaus ist für gesunde Menschen eine fremde Welt. Die Furcht, dass eine Krankheit einen auch selbst betreffen könnte, verleitet dazu, das Thema zu verdrängen. Dadurch entstehen Vorurteile und ausgrenzendes Denken: Kranke sind schwach, vielleicht sogar bettlägerig; sie sind oft traurig und immer in Sorge ein Infekt könnte sie heimsuchen. Viele wissen nicht wie sie einem Kranken gegenübertreten sollen. Wir wollen zeigen, wie kreativ krebskranke Kinder und Jugendliche sein können, dass sie Freude am Leben haben und nicht hoffnungslos unglücklich in ihren Betten verkümmern müssen. Der Film als Ergebnis der gemeinsamen Arbeit soll in dieser Hinsicht für sich sprechen und eine breite Öffentlichkeit erreichen. Außerdem wurde das gesamte Projekt von Dokumentaraufnahmen begleitet, die als zusätzliche Quelle zur Verfügung stehen, um Implikationen, Kontext und Ergebnisse des Projekts zu reflektieren und für zukünftige ähnliche Projekte fruchtbar zu machen. Dauerhaft Kranke vereinsamen, weil sie von ihrem sozialen Umfeld im Krankenhaus abgeschnitten werden und Freunde sich schwer aus ihrer Beklommenheit lösen. Wir wollen durch unser Projekt Hemmungen gegenüber Kranken und Krankheit abbauen. Eigene Aktivitäten stärken das Selbstbewusstsein der Kranken und verhelfen zu Autonomie. Unser Projekt soll diese Erfahrungen vermitteln. Dabei sehen wir uns besonders dem verpflichtet, was unser Freund Juri vorgelebt und hinterlassen hat.

 

BISHERIGER VERLAUF DES PROJEKTES

Der Filmdreh ist inzwischen schon einige Monate her, aber als intensivste Phase des Projekts in bester Erinnerung. Die Arbeit war getragen von einer freundschaftlichen und produktiven Stimmung, die nicht zuletzt daher rührte, dass der Film stets als gemeinschaftliches Projekt angesehen wurde. Mit Hingabe und Leidenschaft haben sich wunderbare Menschen in den Schaffensprozess eingebracht. Dazu gehörten ein professioneller Filmstab, Helfer, Statisten und junge Patienten des Klinikum Mannheims, die den Dreh interessiert begleiteten, die Kamera für einen Dokumentarfilm führten und den Mitwirkenden Interviewfragen stellten. Der anschließende Schnitt nahm viel Zeit in Anspruch und bis zuletzt mussten noch Kleinigkeiten mit Liebe fürs Detail geändert werden. Nun ist er aber endlich vollendet und der Film damit einen Schritt weiter. Das Ergebnis ist vielversprechend und ermutigt zum weitermachen. Denn neben der Farbkorrektur steht das für einen Film ohne Dialoge eminent wichtige Element Ton noch aus. Verschiedene Musiker sind damit beschäftigt, die Filmmusik zu entwickeln. Jede einzelne Szene muss immer wieder neu überdacht werden.

Leider ist unser Produktionsbudget bereits aufgebraucht. Deshalb sind wir kurz vor dem Abschluss des Projektes wieder auf der Suche nach Unterstützern und Sponsoren, die zur Vollendung beitragen möchten und uns helfen, den fertigen Film auch angemessen zu publizieren.